Zum 40-jährigen Jubiläum wollte RIEGE keinen Wein kaufen, sondern einen machen. Achtzehn Monate, sieben Rebzeilen, jeder Handgriff selbst — begleitet von mir, gemeinsam mit dem Weingut Krebs in Binzen.
Vierzig Jahre RIEGE — das feiert man nicht mit irgendeinem Etikett auf irgendeiner Flasche. Also haben wir sieben Reihen Grauburgunder beim Weingut Krebs in Binzen übernommen und sie von A bis Z betreut: Schnitt für Schnitt, Trieb für Trieb, Traube für Traube. Sieben Schritte, achtzehn Monate, ein Jahrgang. Das hier ist die Geschichte dazu.
Nach der Winterruhe wird die Rebe radikal reduziert: Altes Holz und überflüssige Triebe fallen. Hier wird entschieden, welche Fruchtruten und Zapfen bleiben — sie tragen die Knospen, aus denen im Frühjahr der neue Jahrgang wächst. Der erste Schnitt ist die erste Qualitätsentscheidung: Weniger ist mehr, und zwar vom allerersten Tag an.



Die verbliebenen Fruchtruten werden gebogen und am Draht befestigt, damit die Rebe geordnet wächst. Was unspektakulär klingt, entscheidet über das ganze Jahr: Nur wer jetzt sauber arbeitet, bekommt später Triebe, die gleichmäßig austreiben, Licht sehen und sich pflegen lassen.
Jetzt wird es hart, aber herzlich: Überzählige junge Triebe werden entfernt, damit die Rebe ihre Kraft nicht verzettelt, sondern in die besten und gesündesten steckt. Bewusst weniger Ertrag — dafür Trauben mit mehr Konzentration, besserer Reife und am Ende mehr Charakter im Glas.


Die Triebe werden in die Drahtanlage eingefädelt, ausgerichtet und stabilisiert — Ziel ist eine luftige, gleichmäßige Laubwand. Die Trauben bekommen Licht und Luft, die Reife läuft sauber, und Pilzkrankheiten haben deutlich schlechtere Karten. Handarbeit, Reihe für Reihe.



„Man kann im Keller nichts mehr retten, was im Weinberg verloren wurde. Also haben wir es im Weinberg gewonnen." Sieben Reihen, achtzehn Monate Handarbeit
Der Moment der Wahrheit: Reife, Säure, Zucker und die Gesundheit der Trauben bestimmen den Zeitpunkt — und der Stil des Weins, den wir wollten. Nur gesundes, reifes Traubenmaterial kam in den Bottich, denn hier wird die Basis gelegt, die kein Keller der Welt nachträglich verbessern kann.


Nach der Reife im 225-Liter-Barrique wird vermählt: Verschiedene Partien und Fässer werden verkostet, verglichen und so zusammengeführt, dass Struktur, Frucht, Säure, Tannin und Aromatik ein Ganzes ergeben. Das Cuvetieren gibt dem Wein seinen finalen Charakter — Glas für Glas, Entscheidung für Entscheidung.


Beim Cuvetieren habe ich 1,5 % Gutedel in den Grauburgunder gemischt — die Traube meiner Heimat, des Markgräflerlands. Ein kleiner Anteil, ein großer Unterschied: Er gibt dem Wein den besonderen Schliff und macht ihn unverwechselbar zu unserem.
Achtzehn Monate nach dem ersten Schnitt läuft der Jubiläumswein in die Flasche. Und weil bei diesem Projekt nichts verloren gehen sollte, wurde aus dem Trester gleich noch ein Weinbrand gebrannt — ebenfalls beim Weingut Krebs. Zwei Destillate einer Idee: Wertschätzung für das, was in vierzig Jahren gewachsen ist.


Ein Grauburgunder mit Barrique-Reife und 1,5 % Gutedel-Schliff, ein Tresterbrand als Begleiter — und ein Etikett, gestaltet von RIEGE selbst. Kein Wein aus dem Regal, sondern vierzig Jahre Firmengeschichte zum Anfassen, Einschenken und Anstoßen.
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